im Fokus03.10.2018
Wer profitiert von der Beschleunigung des technologischen Fortschritts?

Frank Schwarz, Fondsmanager des MainFirst Global Equities Fund

Das Mooresche Gesetz behält seine Gültigkeit. Die Produktionskosten senken sich fortlaufend. Frank Schwarz, Fondsmanager bei MainFirst, illustriert seine Zukunftsvision und erläutert, auf welche Unternehmen er hierbei setzen wird.

Der technologische Fortschritt ist nicht nur offensichtlich, sondern auch gar nicht mehr wegzudenken. In den letzten 10 Jahren ist die Welt mit einem Klick über das Smartphone erreichbar geworden. Auch dass viele Unternehmen von dieser Entwicklung schon profitiert haben, ist klar. Aber wird dies so weitergehen? Oder stösst das Mooresche Gesetz zur schnellen Entwicklung an seine Grenzen? Und wenn die Entwicklung weitergeht, welche Unternehmen profitieren von den erzielten Fortschritten? 

Viele der technischen Entwicklungen wurden unter anderem dadurch möglich, dass die Produktionskosten stark gesunken sind, und das obwohl die Rechnenleistung sich alle zwei Jahre verdoppelt hat, ein Grundsatz, der als Mooresches Gesetz bekannt wurde. 

Stösst das Mooresche Gesetz an seine Grenzen?
Das Mooresche Gesetz basiert auf der von Gordon Moore im Jahr 1965 gemachten Beobachtung, dass sich die Anzahl der Transistoren in einem integrierten Schaltkreis etwa alle zwei Jahre verdoppelt – und damit auch die Rechenleistung. In den letzten Jahren hat sich das Mooresche Gesetz verlangsamt, da die immer höhere Dichte der integrierten Schaltkreise allmählich an die Grenzen der Physik stösst. Bedeutet dies, dass die Innovationskraft und das Wachstum von Technologieunternehmen nun zurückgehen werden?

Ganz im Gegenteil, wenn man dem Futuristen Kurzweil glauben schenkt, der bereits 2001 die These aufstellte, dass sich das Tempo des technologischen Wandels insgesamt sogar beschleunigen dürfte. Ihm zufolge muss das Mooresche Gesetz erweitert werden. Er behauptet, dass, wenn die Grenzen der technologischen Entwicklung erreicht werden, neue Erfindungen uns ermöglichen, diese zu überwinden. Im Gesetz vom steigenden Ertragszuwachs ("Law of Accelerating Returns" (LOAR)) postuliert er, dass, sobald die Informationstechnologie die Triebkraft der Innovation ist (wie z.B. bei künstlicher Intelligenz, Robotik und 3D-Druck), sich auch die Leistung etwa jedes Jahr zu verdoppeln beginnt. Dies kann sogar dazu führen, dass sich die Beschleunigungsrate durch die Synergien zwischen den verschiedenen Schichten noch weiter vervielfacht.

Wer profitiert von sinkenden Kosten?
Obwohl die Leistung zunimmt, sinken die Produktionskosten. Dies beschleunigt den Fortschritt weiter. Dass die Speicherkapazität von Chips mittlerweile viele Gigabyte beträgt, ist einer der Gründe, warum wir heute auf unserem Telefon mehr speichern können als vor 15 Jahren auf einem viel grösseren Desktop-PC. Die Entwicklungen bei vielen anderen Innovationen wie die Batterien von Elektroautos oder der 3D-Druck stehen erst am Anfang und haben noch viel Potenzial, Veränderungen und Wachstum voranzutreiben. 

Selbst wenn man sich das Potential bei Halbleitern und Chips ansieht, ist hier noch viel Luft nach oben. Ein gut positioniertes Unternehmen in diesem Bereich ist Applied Materials, der weltweit grösste Zulieferer der Halbleiterindustrie (für z.B. Samsung, Intel und TSMC), die viele dieser technologischen Fortschritte antreibt. Der Umsatz von Applied Materials stieg gegenüber dem Vorjahr um 19 Prozent, was insbesondere Rekorderlösen in dessen Schulungs- und Dienstleistungssparte zu verdanken ist. Aufgrund der starken Nachfrage nach den Produkten von Applied Materials ist zu erwarten, dass das kräftige zweistellige Wachstum anhält. Neue Forschungsergebnisse, die dazu beitragen werden, den steigenden Datenbedarf in der Ära der künstlichen Intelligenz (KI) und des Internets der Dinge zu befriedigen, dürften ein anhaltendes Wachstum auf lange Sicht sicherstellen.

Der Grafikkartenhersteller Nvidia profitiert auch bereits, besonders durch den hohen Datenbedarf von Big Data und künstlicher Intelligenz. In seinen Finanzergebnissen für das 2. Quartal wies Nvidia für alle Plattformen einen Rekordzuwachs aus. Insgesamt stieg der Gesamtumsatz um 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 3,12 Mrd. USD. Davon entfiel ein grosser Teil auf die Rechenzentrumssparte, die ihren Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 83 Prozent auf 760 Mio. USD steigern konnte.

Die jüngste Entwicklung des Unternehmens dürfte fortgesetztes Wachstum sicherstellen: Die neue Grafikkarte besitzt eine auf Deep Learning basierende Turing-Architektur. Die neue GPU komplettiert die Nvidia-RTX-Plattform, die einen neuartigen Ansatz für hybrides Rendering bietet, der Rasterisierung, Ray Tracing, Computing und KI kombiniert, um Echtzeit-Ray-Tracing zu ermöglichen. Dies wird aller Wahrscheinlichkeit nach in vielen Anwendungen wie Spielen, künstlicher Intelligenz und autonomem Fahren zum Einsatz kommen. Aufgrund seiner Fähigkeiten kann das neue System auch in der medizinischen Diagnostik angewendet werden, wie beispielsweise in der Biophotonik, was eine frühere Krebserkennung ermöglichen sollte.

Das Wachstum hat also in vielen Bereichen erst begonnen und wird weitergehen, denn das digitale Zeitalter wird mit aller Vorraussicht noch einige Jahrzente anhalten. Deshalb setzen mein Team und ich, die den MainFirst Global Equities Fund verwalten, auf solch langfristige, strukturelle Wachstumsthemen. Das Potenzial von Nvidia haben wir bereits im Jahr 2015 erkannt und zählen den Titel zu unseren bislang erfolgreichsten Investments. Unter anderem dadurch konnten wir im Fonds eine jährliche Wertentwicklung von 19,4 Prozent über die vergangenen fünf Jahre erzielen (Stand: 31. August 2018, ISIN LU0864710602).

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Autor: Frank Schwarz

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